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Ergebnisse verständlich erklärt

Was 1.000 reale Verträge tatsächlich zeigen.

Hier geht es nicht zuerst um Formeln und Methodik, sondern um die Frage, die Verbraucher am meisten interessiert: Was ist bei den ausgewerteten Verträgen wirtschaftlich tatsächlich herausgekommen?

30-Sekunden-Erklärung

Nominal häufig im Plus – wirtschaftlich trotzdem ernüchternd.

In der SNOW-Auswertung wurden 1.000 tatsächlich ausgezahlte Lebens- und Rentenversicherungsverträge aus 52 Gesellschaften betrachtet. Die durchschnittliche Laufzeit lag bei 21,65 Jahren. Im Mittel wurden rund 43.544 € eingezahlt und rund 46.290 € ausgezahlt – also nominal etwa 2.746 € mehr. Mehr als vier von fünf Verträgen lagen nominal im Plus. Sobald aber Zeit und Kaufkraft berücksichtigt werden, wird das Bild deutlich schwächer: Die Studie weist im Durchschnitt eine leicht negative IRR und eine deutlich negative reale Entwicklung aus. Die wichtigste Botschaft lautet deshalb: Mehr Euro am Ende bedeuten nicht automatisch mehr Kaufkraft.

Kurzvideo zu Kapitel 3

Sofia erklärt die wichtigsten Ergebnisse.

In gut drei Minuten: Was die Auswertung von 1.000 realen Verträgen zeigt, warum ein nominales Plus nicht automatisch mehr Kaufkraft bedeutet – und wie Sie Ihre eigenen Zahlen mit dem Schnellrechner einordnen können.

Dauer: ca. 3:10 Minuten
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Die wichtigsten Ergebnisse

Was kam bei den 1.000 Verträgen heraus?

43.544 €durchschnittlich eingezahlt
46.290 €durchschnittlich ausgezahlt
+ 2.746 €durchschnittlicher nominaler Mehrbetrag
83,55 %der Verträge mit positivem absolutem Bruttoertrag
Der überraschende Punkt: Obwohl die große Mehrheit der Verträge nominal mehr ausgezahlt hat, als eingezahlt wurde, lag die durchschnittliche zeitbezogene Rendite (IRR) laut Studie leicht im negativen Bereich. Auch die reale, also kaufkraftbezogene Betrachtung fiel deutlich schwächer aus. Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem nominalen Plus und einem wirtschaftlichen Ergebnis.

Der Grund ist einfach: 2.000 oder 3.000 Euro Mehrbetrag wirken auf den ersten Blick positiv. Wenn dafür aber zwei oder drei Jahrzehnte vergangen sind, muss man zusätzlich fragen, was dieses Geld in dieser Zeit an Kaufkraft verloren hat. Erst dann lässt sich beurteilen, ob tatsächlich ein Vermögenszuwachs entstanden ist.

Praxisnah erklärt

Wie Inflation ein nominales Plus relativieren kann.

Um diesen Effekt greifbar zu machen, verwenden wir bewusst ein einfaches Modellbeispiel. Es ist kein einzelner Vertrag aus der Stichprobe, sondern eine verständliche Rechenhilfe auf Basis der von der SNOW-Studie ausgewiesenen durchschnittlichen Inflation von 1,8893 % pro Jahr.

Beispiel: 50.000 € Beiträge über 30 Jahre

Angenommen, insgesamt wurden 50.000 € eingezahlt und nach 30 Jahren werden 55.000 € ausgezahlt. Auf dem Papier steht damit ein Plus von 5.000 € beziehungsweise 10 %. Die entscheidende Zusatzfrage lautet: Welche Kaufkraft haben diese 55.000 € nach 30 Jahren noch?

Wichtig: Das ist eine bewusst vereinfachte Veranschaulichung. Die reale wirtschaftliche Bewertung eines Vertrags hängt zusätzlich davon ab, wann Beiträge gezahlt wurden und welche Leistungen, Kosten und Vertragsänderungen enthalten waren.
50.000 €insgesamt eingezahlt
55.000 €nominal ausgezahlt
+ 5.000 €nominales Plus = +10 %
≈ 31.369 € Kaufkraftreale Kaufkraft der 55.000 € nach 30 Jahren, ausgedrückt in Euro des Ausgangsjahres
In Kaufkraft gedacht: Die 55.000 € nominale Auszahlung entsprechen bei 1,8893 % durchschnittlicher Inflation über 30 Jahre nur noch rund 31.369 € in Kaufkraft des Ausgangsjahres. Die Inflation hat den Wert der 55.000 € damit rechnerisch um rund 23.631 € beziehungsweise 43,0 % vermindert.
Nominalwert und reale Kaufkraft im vereinfachten 30-Jahre-Beispiel Die grüne Linie zeigt eine vereinfachte nominale Entwicklung bis 55.000 Euro. Die rote Linie zeigt den kaufkraftbereinigten Wert derselben Modellwerte bei 1,8893 Prozent jährlicher Inflation und endet bei rund 31.369 Euro in Kaufkraft des Ausgangsjahres. 0 €15 T€30 T€45 T€60 T€0 Jahre10 Jahre20 Jahre30 Jahre 55.000 € nominal ≈ 31.369 € Kaufkraft
vereinfachte nominale Entwicklung kaufkraftbereinigter Wert derselben Modellwerte
Die grüne Linie ist eine vereinfachte Modellkurve und bildet keinen tatsächlichen historischen Vertragsverlauf ab. Die rote Linie zeigt denselben Modellwert nach Kaufkraftbereinigung mit 1,8893 % Inflation p. a. Entscheidend ist der Endpunkt: 55.000 € nominal entsprechen nach 30 Jahren rund 31.369 € in Euro des Ausgangsjahres.
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Selbstcheck

Was war Ihnen bei Vertragsabschluss besonders wichtig?

Die Antwort hilft dabei, die Ergebnisse aus diesem Kapitel auf die eigene Situation zu übertragen.

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Was bedeutet das?

Das Ergebnis in normaler Sprache.

Wenn auf einer Abrechnung am Ende eine höhere Zahl steht als die Summe der Beiträge, ist das zunächst nur ein nominales Plus. Die entscheidende Frage lautet: Was kann man sich für diesen Betrag nach zwanzig oder dreißig Jahren noch kaufen?

Die SNOW-Auswertung zeigt genau deshalb mehrere Betrachtungsebenen nebeneinander. Ein positiver Bruttoertrag kann gleichzeitig mit einer schwachen oder negativen zeitbezogenen Rendite und mit Kaufkraftverlust einhergehen. Für Verbraucher bedeutet das: Nicht nur auf „eingezahlt“ und „ausgezahlt“ schauen, sondern immer auch Laufzeit, Zahlungszeitpunkte und Inflation mitdenken.

Vier Fragen, die Sie bei Ihrem eigenen Vertrag stellen können

  • Wie viel habe ich insgesamt tatsächlich eingezahlt?
  • Wie hoch ist die tatsächliche Auszahlung oder der aktuelle Rückkaufswert?
  • Über welchen Zeitraum war mein Geld gebunden?
  • Wie sieht das Ergebnis aus, wenn Kaufkraft und Zeit berücksichtigt werden?
Einordnung

Was diese Zahlen nicht automatisch beweisen.

Die 1.000 Verträge sind eine umfangreiche empirische Stichprobe, aber keine Zufallsstichprobe des gesamten deutschen Lebensversicherungsbestands. Die Ergebnisse beschreiben zunächst die untersuchten Verträge. Sie erlauben deshalb keine pauschale Aussage, dass jeder Vertrag oder jede Gesellschaft genauso abschneidet.

Ebenso ersetzt eine reine Renditebetrachtung nicht die Bewertung anderer Vertragsbestandteile. Je nach Vertrag können etwa biometrische Risiken abgesichert, Garantien enthalten oder steuerliche Besonderheiten relevant sein. Genau deshalb trennt LAIV zwischen wirtschaftlicher Einordnung und einer individuellen fachlichen Prüfung.

Für alle, die tiefer einsteigen möchten

Wie wurde gerechnet?

Die fachliche Studienfassung dokumentiert Datengrundlage, Begriffe, Formeln, Renditekennzahlen, Laufzeitgruppen, Inflationsbetrachtung und statistische Grenzen ausführlich. Auf dieser Verbraucher-Seite halten wir die Methodik bewusst kurz – hier soll zuerst verständlich werden, was die Ergebnisse bedeuten.

Quellengrundlage: SNOW Analytics GmbH, „Lebensversicherungen im Realitätscheck – Eine empirische Untersuchung der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung von 1.000 Lebens- und Rentenversicherungsverträgen“, Empirische Studie 2026. Verwendete Studienkennzahlen: 1.000 Verträge, 52 Gesellschaften, durchschnittliche Laufzeit 21,65 Jahre, durchschnittliche Einzahlungen 43.543,96 €, durchschnittliche Auszahlungen 46.289,67 €, durchschnittlicher Bruttoertrag 2.745,71 €, 83,55 % mit positivem absolutem Bruttoertrag und durchschnittliche Inflation 1,8893 % p. a. Die Modellrechnung mit 50.000 € / 55.000 € und der Schnellrechner sind LAIV-Veranschaulichungen und keine einzelnen Verträge aus der Stichprobe.
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